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Kennst Du schon die »Pink Tax«, baby?

Learning Female Empowerment
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Dass Frauen* weniger verdienen als Männer und in den Führungspositionen großer Unternehmen kaum vertreten sind – das sind 2021 keine Neuigkeiten mehr. Wieso Frauen* aber zudem beim Einkaufen mehr bezahlen, was das Phänomen der Pink Tax bedeutet und welche Produkte dies besonders betrifft, erklären wir Dir jetzt.

Pink Tax – Definition


Die Pink Tax (Dt.: rosa Steuer) bezeichnet den Preisaufschlag auf angebotene Produkte und Dienstleistungen speziell für Frauen* im Vergleich zu selbigen für Männer*. Beim Begriff handelt es sich um keine gesetzliche Steuer, sondern ein metaphorisches Konstrukt, das den Prozess dieser Preisdifferenzierung abzudecken versucht. Die Farbe Pink versteht sich als Merkmal bezeichneter Produkte, die zumeist in dieser Farbe im Warenangebot auftauchen und oftmals deutlich weniger kosten als das Äquivalent für Männer*. Widmet man sich generellen Preisunterscheidungen aufgrund von Gender-Kategorien, die jedoch deutlich geringer auftreten, verwendet man den Begriff des Gender Pricing.

Pink Tax – Ursachen 


Die bewusst intendierte unterschiedliche Gestaltung eigentlich gleichartiger Produkte und Dienstleistungen führt in Kombination mit explizit gewählten Marketingstrategien zu genderbetreffenden Kategorisierungen im Warenregal. Existiert eine Abteilung im Drogeriemarkt ausschließlich für Männer, greifen Frauen* daraufhin vermehrt zum Duschgel for women. Marketing-Strategist:innen steuern mit gewählten Farben und Formen der Produkte, Kennzeichnungen auf der Verpackung oder der Platzierung im Geschäft das Kaufverhalten der Kund:innen. Immer wieder begründen die betreffenden Branchen, insbesondere die Beauty-Industrie, die Preisdifferenz mit erhöhten Herstellungskosten, dabei sind die Produkte zumeist sehr ähnlich, zumal sogar identisch. Dennoch verdeutlichen Studien, dass sich Frauen* beispielsweise bei Beauty-Produkten als weniger empfindlich beim Preis zeigen, hingegen der kleinere Markt an Pflegeprodukten für Männer* mit günstigeren Preisen die geringere Zielgruppe anzulocken versucht. Unternehmen verwandeln diese Erkenntnisse in genderorientierte Marketing-Strategien. Die Verbraucherzentrale Hamburg untersuchte hierfür die verschiedenen Preise von Rasierprodukten – mit dem erschreckenden Ergebnis, dass Frauen* hierfür im Durchschnitt ganze 38 % mehr für gleichwertige Produkte zahlen müssen als Männer*.
Wir von finance, baby! sind bestürzt, frustriert und verärgert, verknüpft man diese herrschende Ungerechtigkeit mit dem immer noch vorhandenen Gender Pay Gap, den wir Dir hier erklären.  Kritiker:innen, wie ein Artikel aus dem Forbes Magazin belegt, erklären beispielsweise die Preisdifferenz in der Kleidungsindustrie mit der vergrößerten Verkaufsflächen für Damenbekleidung, die zu erhöhten personellen Kosten führe, ausgelöst durch die Anfrage einer breit gefächerten Auswahl an den Handel.




Pink Tax – Produkte


Die Stadt New York untersuchte in einer Studie aus dem Jahr 2015 die genderspezifischen Unterschiede von 794 Produkte. Von Kinderkleidung, Spielwaren, Kleidung bis Gesundheits- und Köperpflegeprodukten stellten die Forscher:innen eine Pink Tax bei Produkten für Frauen* zwischen 4 und 13 Prozent fest. Erschreckend: Die Pink Tax setzt sich nicht nur mit diskriminierenden Preiserhöhungen von Produkten auseinander, sondern verzeichnet diese auch bei Dienstleistungen. Eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes untersuchte 380 Dienstleistungsbereiche und stellte fest, dass Frauen* beispielsweise beim Friseur durchschnittlich einen Aufpreis von 12,50 Euro zahlten. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass auch Männer* Diskriminierung im Rahmen des Gender Pricing erfahren, etwa bei Clubbesuchen oder auf Dating-Portalen. Insgesamt stellte die Studie bei 60% der 380 Dienstleistungsbereichen genderbezogene Preisunterschiede fest, regelmäßig im Nachteil für Frauen*.

Pink Tax – und jetzt?

Konfrontiert man sich mit der Pink Tax, setzt man sich gleichzeitig stets mit tiefergehenden Strukturen einer fehlenden Geschlechtergleichheit auseinander. Dennoch existieren US-Bundesstaaten wie New York oder Kalifornien mit gesetzlichem Verbot einer genderspezifischen Varianz der Preise. Für eine Gleichstellung von Männern* und Frauen* beim Zugang zu und bei der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen steht die EU-Richtlinie 2005/113/EG, diese nimmt jedoch primär Einfluss auf die Ausgestaltung von Versicherungstarifen. Sowohl auf politischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene fehlt es in Deutschland noch an einer expliziteren Kommunikation, einem Diskurs und einer Diskussion der Pink Tax.

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