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Kennst Du schon den »Not like other girls*«-Diskurs, baby?

Female Empowerment
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I’m not like other girls*, oder Du bist ganz anders als die anderen Frauen*, lauten Aussagen, die wir bei finance, baby! nur zu gut kennen. Derzeit überfluten Memes mit dem Titel Other girls* vs. Me, Make-Up vs. Snacks oder Tik Tok Trends wie Introduce yourself as why other girls* hate you! die Social Media-Kanäle. Der Not like other girls*-Diskurs umfasst Frauen*, die sich mittels solcher Aussagen von stereotypischen Gesellschaftsidealen von Weiblichkeit zu distanzieren versuchen. Vielleicht schauen sie lieber Fußball als Germanys next Topmodel oder tragen lieber Hoodies anstatt Kleider, fühlen sich dem Entwurf einer stereotypen Frau* nicht zugehörig. Vorab: That’s okay, es existiert kein Idealbild einer Frau und niemand MUSS irgendeiner Vorstellung von Weiblichkeit entsprechen. Wieso die von Gender Studies bezeichnete I’m a guys girl*-Mentalität, die Einstellung mit Hilfe von Abgrenzung besser als andere Frauen* dazustehen, jegliche feministischen Ansätze unterläuft, erklären wir Dir jetzt.  

Warum ist das überhaupt ein Problem? 


Sich von anderen Frauen* abzugrenzen, klingt zunächst nach obligatorischer Individualität, denn schließlich ist jede Frau* unterschiedlich. Grundsätzlich gilt es, der Idee hinter dieser Aussage selbstverständlich zuzustimmen, jedoch muss man eine differenzierte Trennung von Unterscheiden und Abgrenzen vornehmen. Denn das Kompliment, anders als andere Frauen* zu sein, die explizite Abgrenzung von anderen Frauen*, führt zu einer Entwertung des weiblichen Gender und zu einer Aufwertung des abgegrenzten Individuums. Sich Like other girls* zu fühlen, wie andere Frauen*, versteht sich somit als negatives Eingeständnis, macht Frau* sein plötzlich zu einem ungewollten Attribut. Diese Abgrenzung vollziehen Frauen* dabei meist selbst oder sie passiert durch Männer*, zumeist mittels (gut gemeinter) Komplimente. Bereits in ihrer frühen Jugend hören betroffene Frauen* Sätze wie Du bist nicht so wie die anderen Frauen*, adaptieren diese als Kompliment und integrieren sie in ihre Identität – ohne zu wissen, dass das eigene weibliche Gender dabei einen subordinierten Status erfährt, das männliche Geschlecht eine erhöhte Position. Zur Folge trauen sich vereinzelte Frauen* nicht mehr, ihre Weiblichkeit auszuleben, sich als Teil der anderen Frauen*, der other girls*, zu bezeichnen, streben es an, sich in ihrer Andersartigkeit von der Masse der Frauen* abzuheben. Denn wie alle anderen Frauen* zu sein, gestaltet sich nicht als erstrebenswert – wer sich anders oder sogar wie ein Mann* verhält, gelte hingegen als besser als die anderen Frauen*. Ironisch daran: Gerade Frauen*, die sich der feminin stereotypen Rolle nicht zugehörig fühlen, sorgen hier für erneute Ausgrenzung, entziehen anderen Frauen* ihre Daseinsberechtigung.  



Die Basis des Problems 


Zumeist entwickeln sich solche Prozesse der Misogynie nicht durch die bewusste Intention von Frauen* oder Männern, sondern etablierten sich in den letzten Jahrzehnten durch patriarchale Strukturen und veraltete Gendervorstellungen. Oftmals fehlt uns die Kenntnis misogyner Verhaltensmuster, verstecken sich diese in alltäglichen Gewohnheiten und gesellschaftlichen Annahmen. Denn warum wollen wir nicht wie andere Frauen* sein? Tief verwurzelte, über Jahre manifestierte Stereotype, was Frauen* und Männer zu gefallen habe, wem oder was sie sich zugehörig fühlen dürften, führen zu verqueren, geschlechtlichen Unterscheidungen. Tragen Frauen* gerne Make-Up, gelten sie als typische Frauen*, interessieren sich Männer hingegen für Autos, verkörpert dies vermeintliche Männlichkeit. Zudem idealisieren Filme und Serien Frauen*, die anders sind, sich eben gerade nicht mit dem klassischen Entwurf einer Frau* identifizieren. Oft fehlt es jedoch einer weitergehenden Illustration der Vielfalt an Frauen*, hingegen lautet die Quintessenz: Nur wer sich von anderen Frauen* abgrenzt, nur wer anders ist, erregt Sympathie. Dabei wünschen wir uns doch Equality und das bedeutet nicht nur die Gleichstellung von Frauen* und Männern*, sondern auch die Öffnung von gendertheoretischen Grenzen, von Stereotypen innerhalb des eigenen Geschlechts.  

Und jetzt?


Wünschen wir uns Equality, müssen wir zunächst bei uns selbst beginnen, müssen damit anfangen, Ich bin gerne eine Frau* zu sagen – ganz ohne Angst vor Be- oder Entwertung. Denn Frau* sein ist individuell, ist so viel mehr, als sich nur auf eine Seite zu schlagen, sich nur für eine Form von Weiblichkeit entscheiden zu müssen. Wir sollten uns nicht davor fürchten, uns als Frauen* zu betiteln, Feministinnen zu sein. Denn Frau* zu sein, impliziert nicht, sich abheben zu müssen, es heißt, individuell Dinge gerne zu machen und diese nicht als Andersartigkeit hervorheben zu müssen, um Wahrnehmung zu erfahren. Es gilt gerade nicht, Anerkennung erst in Andersartigkeit zu finden, sondern Andersartigkeit als Normalität zu tolerieren und zu integrieren, sich gegenseitig zu empowern, bestärkend über Frauen* zu sprechen und Weiblichkeit nicht auf einfältige Stereotype herunter zu brechen. Wir von finance, baby! möchten Individualität viel mehr feiern, anstatt als Mittel der Abgrenzung zu verwenden. Denn: The future is equal! 

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