Die Börse einfach erklärt


Was Du über die Börse wissen musst, um mit Aktien zu handeln

Wissen to go:
  • Um selbst in Wertpapiere investieren zu können, musst Du einen Auftrag bei Deiner Depotbank oder einem Online-Broker:in erstellen.
  • Die Börse ist ein Marktplatz an dem Waren und Güter, wie Wertpapiere, Rohstoffe, Devisen oder Derivate mit verschiedenen Regularien gehandelt werden.
  • In erster Linie ist die Börse ein Finanzierungsmittel für Unternehmen, um die Eigenkapitalausstattung von Betrieben zu stärken.
Wusstest Du, dass die Börse ihre Ursprünge im 16. Jahrhundert hat? Zu dieser Zeit organisierte die Familie Van der Beurse in der Stadt Brügge erste Geschäftstreffen mit italienischen Kaufleuten. Auch wenn es schon früher Tauschhandel mit Kapit gab, wurde das erste mal durch die Familie Van der Beurse erste Transaktionen abgewickelt, dies waren Waren und Schuldscheine. Wie Du Dir jetzt bestimmt schon denken kannst, leitet sich der Name „Börse“ aus dem Familiennamen ab.
Durch die Globalisierung und den Kolonialismus verbreiteten sich Börsen ganz einfach über die ganze Welt und fokussierten sich zunehmend auf die Ausgabe und den Handel mit Aktien.


Spill the tea! Was ist die Börse?

Heute ist die Börse ein Marktplatz an dem Waren und Güter, wie Wertpapiere, Rohstoffe, Devisen oder Derivate in einem Umfeld mit vielen Regularien gehandelt werden. Im Englischen wird die Börse auch „Stock Exchange“ genannt. Mittlerweile hat die Börse sich aber von einem klassischen Marktplatz zu einem Ort entwickelt, an dem Prozesse einfach digitalisiert und weltweit vernetzt stattfinden.
Die wichtigste Börsenart weltweit ist die Wertpapierbörse, an der Wertpapiere, Aktien, Anleihen und Fonds gehandelt werden. Andere Börsearten sind die Terminbörse, die Devisenbörse und die Warenbörse.
Wie schon oben kurz angeschnitten ist die Börse ein organisierter Marktplatz, der nach bestimmten Regeln funktioniert, so dürfen zum Beispiel nur bestimmte Vermögenswerte gehandelt werden, die Transaktionen folgen festgelegten Regeln und Standards. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.
Die Börse verfolgt das Ziel eine gerechte, effiziente und geordnete Möglichkeit zum Traden zu bieten, bei der der An- und Verkauf einer bestimmten Art eines Vermögenswertes im Zentrum steht.
Tauschgeschäfte können aber auch ganz einfach ohne die Börse durchgeführt werden, dies nennt man dann einen außerbörslichen Handel oder auch OTC-Handel („Over the counter“). Beide Vertragsparteien handeln dann die Konditionen für den Verkauf individuelle Konditionen aus, im Vergleich hat der Handel an der Börse jedoch mehr Vorteile.

Handeln an der Börse

An der Börse hast Du als Anleger:in die Möglichkeit mit Assets zu handeln. Was Assets sind? Assets stellen Vermögenswerte dar, die in verschiedene Klassen unterteilt werden, dies sind immaterielle Handelswaren an der Börse. Häufig unterscheidet man aber nochmal klassische und alternative Assets (Anlageklassen).
Zu Beginn, solltest Du Dir bewusst sein, dass nicht jede:r einfach so gegen Geld an der Börse mit bspw. Wertpapieren handeln kann.
Symbolisch für den Börsenhandel stehen vor allem Aktien, die Wertpapiere darstellen und Unternehmensanteile bescheinigen, beziehungsweise Anteile an einer Aktiengesellschaft. Wenn Du Dich entscheidet eine Aktie eines Unternehmens zu kaufen, dann stellst Du als EIgentümer:in dem Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung und wirst so zu Miteigentümer:in dieses Unternehmens. Im Gegenzug hast Du als Aktionär:in die Möglichkeit an Mitspracherecht zu gewinnen und kannst beispielsweise an der Hauptversammlung des Unternehmens teilhaben.
Doch bevor ein Unternehmen oder eine Aktiengesellschaft überhaupt mit dem Handel von Aktien an internationalen Börsen loslegen kann, müssen diese einen Börsengang durchlaufen. Der Prozess eines solchen Börsengangs ist gar nicht so einfach, denn er ist streng überwacht und sehr teuer. Bei einem erfolgreichen Durchlaufen des Börsengangs wird am Ende dann durch den Vorstand des jeweiligen Unternehmens die Börsenglocke geläutet und der Aktienhandel kann offiziell beginnen!

Good to know: Die größte Börse in Deutschland ist in Frankfurt. Hier wird vorrangig mit Aktien, Anleihen, Rohstoffen, Devisen und Immobilien gehandelt.
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Der Gang an die Börse

Der Börsengang eines Unternehmens an die Börse wird auch Initial Public Offering, kurz IPO, genannt. Der Gang an die Börse ist für eine Aktiengesellschaft vor allem eine Möglichkeit um Geld zu beschaffen. Allerdings bringt dies den Verkauf von Anteilen des Unternehmens mit sich. Somit werden Anteile des Unternehmens, die vorher noch im Privatbesitz waren, plötzlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Bei dem Gang an die Börse gibt es strenge, gesetzliche Regelungen, bei denen die Börsenreife geprüft wird. Dies bringt vor allem ein regelmäßiges offizielles Veröffentlichen von Unternehmensinformationen mit sich.


Vorteile des Börsenhandels

Aber was genau sind denn jetzt die Vorteile von einem Börsenhandel für mich als Privatperson? Ganz einfach erklärt: Die Abwicklung sämtlicher Geschäftstransaktionen wird in regelmäßigen Abständen reguliert und erfolgt nach festgelegten Standards.
Durch den hohen Grad an Standardisierung ist es auch möglich Prozesse zu vereinheitlichen und Transaktionskosten zu senken und niedrig zu halten, da mehrere Millionen Transaktionen zwischen Käufer:innen und Verkäufer:innen täglich durchgeführt werden, dies führt zu geringeren Kosten.
Außerdem herrscht beim Handel mit bspw. Aktien eine hohe Transparent, denn Du als Käufer:in weißt genau auf was Du Dich einlässt und wie sich der Preis der Aktien zusammensetzt.
Prinzipiell entstehen aber die Preise an der Börse durch Angebot und Nachfrage.
Was zudem wichtig ist: An der deutschen Börse müssen alle Unternehmenszahlen quartalsweise offengelegt werden, Unternehmen die nicht an der Börse aktiv sind, müssen dies nur jährlich und nicht im vollem Umfang tun.
Die Börsen haben die Verantwortung Aktionär:innen und Unternehmen gegenüber die beste Ausführung zu gewährleisten, alle Teilnehmer:innen an der Börse gleich zu behandeln und Trades zu den bestmöglichen Marktpreisen auszuführen.

Warum gehen Unternehmen an die Börse?

Wenn Du Dich jetzt aber fragst, warum Unternehmen eigentlich an die Börse gehen, dann hier ein kleines Beispiel:
Ein mittelständiges Unternehmen, welches beispielsweise in der schnelllebigen Lebensmittel-Branche agiert, braucht ständig neues Kapital, um weiter zu wachsen und mit der Konkurrenz mithalten zu können. Dieses frische Kapital kann sich ein solches Unternehmen von der Börse besorgen.


Börse als Finanzierungsmöglichkeit für Unternehmen

Wie schon bereits erwähnt, ist die Börse vor allem ein Finanzierungsmittel für Unternehmen, um die Eigenkapitalausstattung von Betrieben zu stärken.
Durch den Verkauf von Unternehmensanteilen durch Aktien gegen Einlagen wie bspw. Geld können ganz einfach Investorengelder gesammelt werden.
Dieser Tausch kann, wie oben schon erwähnt auch außerbörslich geschehen, allerdings sollte ein Unternehmen unbedingt an der Börse gelistet sein und einen Börsengang durchlaufen haben, um die die breite Masse an Investor:innen anzusprechen und zu erreichen.
Durch bestimmte Aktien, wie die Vorzugsaktie, haben Unternehmen auch die Möglichkeit Aktionär:innen ohne Stimmrecht am Unternehmen teilhaben zu lassen, der Vorteil ist dann hier eine meist höhere Rendite.
Auch wenn jetzt die große Transparenz der Offenlegung der Unterlagen und der Geschäfte auf Dich vielleicht abstoßend klingen kann, so genießen im Aktiengesellschaften vor allem im Geschäftsleben und zudem wird der Bekanntheitsgrad des Unternehmens erhöht.
Weitere Vorteile können das Ermöglichen einer Kapitalbeteiligung des Managements und der Mitarbeiter und die Vereinfachung einer Unternehmensnachfolge sein.

Tag der offenen Tür: Wann öffnet und schließt die Börse?

Auch die Börse hält sich an bestimmte Handelszeiten. Xetra zum Beispiel ermöglicht einen Handel von montags bis freitags von 9:00 Uhr bis 17:30 Uhr. Die Deutsche Börse in Frankfurt wiederum öffnet um 8:00 Uhr und schließt um 20:00 Uhr. Privatanleger:innen können dann in diesem Zeitraum ihre Aktienkäufe durchführen lassen.

Wie funktioniert die Börse?

Die Börse selbst finanziert sich selbst durch sogenannte Börsenkommisionen, die für jede Transaktion über beispielsweise die deutsche Börse in Form einer Provision entstehen.
Im Gegenzug dazu stellt die Börse die technische und finanzielle Infrastruktur und verschiedene Regularien und Standards zur Verfügung und ermöglichen so die Rahmenbedingungen für ein einfaches und unkompliziertes Handeln von Aktien.
Nicht selten sind Börsen selbst auch Aktiengesellschaften, die ebenfalls an der Börse gehandelt werden. Die Deutsche Börse AG besitzt die meisten Börsenhandelsplätze in Deutschland und ist ebenso selbst als Unternehmen im DAX gelistet.


Wie entsteht ein Börsenkurs?

Aber wie kommen die Preise an der Börse für die Aktien überhaupt zustande? An der Börse treffe Käufer:in und Verkäufer:in aufeinander und die Kernaufgabe der Börse besteht darin die Beiden zusammen zu bringen. Vor der Digitalisierung riefen sich noch, wie man sich vielleicht manchmal noch vorstellt, verschiedene Broker:innen die Preise auf dem Börsenparkett zu, dadurch ergaben sich dann Angebot und Nachfrage.
Wenn die Nachfrage hoch war, stieg auch automatisch der Preis an, war das Angebot hoch, dann sank der Preis. Somit kann man sagen, dass der Börsenkurs als Abbild vergangener Preise fungiert.
Mittlerweile wird der Preis an der Börse von hochkomplexen Computerprogrammen erstellt. XETRA, das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse ermöglicht eine erhöhte Geschwindigkeit beim Handel und lässt schreiende Broker der Vergangenheit angehören.


Unterschied zwischen Index und Börse

Was ist der Unterschied zwischen dem Aktienindex und der Börse, oder ist das das Gleiche? Der Aktienindex ist eine Auflistung verschiedener Aktien, die nach bestimmten Kriterien (bspw. regional, branchenbezogen) ausgewählt werden. Der Index bildet die Kursentwicklung der in ihm enthaltenen Aktien ab. Indizes sind oft Produkte von Börsen. Die Deutsche Börse ist beispielsweise der Herausgeber der wichtigsten deutschen Indizes wie dem DAX, SDAX, TecDAX und dem MDax.

Wie Du an der Börse aktiv werden kannst

Nun aber zu den wichtigen Dingen: Du willst selber an der Börse aktiv werden und mit Aktien handeln? Wie wir bereits schon erwähnt haben ist der direkte Handel an der Börse nur Börsenmitgliedern vorbehalten, wie Kreditinstituten oder Börsenmakler:innen/ Broker:innen. Privatanleger:innen können nicht direkt mit Wertpapieren handeln.
Um selbst in Wertpapiere investieren zu können, musst Du einen Auftrag bei Deiner Depotbank oder einem Online-Broker:in erstellen.
Trotzdem ist es aktuell einfacher denn je an der Börse aktiv zu werden, denn durch die Digitalisierung der Märkte und dem enormen Wachstum von bspw. jungen Neo-Broker:innen, wurde das Privatinvestorengeschäfft in den letzten Jahren ordentlich auf den Kopf gestellt.
Dies führte zur Senkung von technischen und finanziellen Einstiegshürden, sodass praktisch jede:r an der Börse aktiv werden kann. Voraussetzung ist nur noch das Wertpapierdepot bei einem Broker:in oder einer Bank. Die erworbenen Wertpapiere werden dann im Depot hinterlegt und bieten die Möglichkeit an den unterschiedlichsten Börsen und außerbörslichen Handelsplätzen zu handeln.
Wenn Du Dir noch nicht sicher bist, ob Du Dein Geld in Aktien oder doch lieber ETFs investieren solltest oder generell noch Fragen zu dem Thema hast, dann vereinbare jetzt ein kostenloses Erstgespräch mit unseren Finanzexpertinnen Justine und Chiara über unsere App!

Disclaimer

Von den Autorinnen erwähnte Aktien, ETFs und Fonds sind immer mit Risiken behaftet. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlich zugänglichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen dienen allein der Bildung und Veranschaulichung. Eine Haftung für die Richtigkeit kann nicht übernommen werden. Sollten die LeserInnen sich die angebotenen Inhalte zu eigen machen oder etwaigen Ratschlägen folgen, so handeln sie eigenverantwortlich.
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