Wasserstoff-Aktien kaufen:

Warum Du über die Investition in Wasserstoff-Aktien nachdenken solltest
Wissen to go:
  • Wasserstoff könnte in der Zukunft in Bezug auf den Klimawandel noch eine tragende Rolle spielen. Die Technologie erfordert jedoch extrem hohe Investitionen.
  • Nach einem Boom während der Pandemie stürzten die meisten Wasserstoff Aktien Ende 2021 drastisch ab. Durch die „Nationale Wasserstoffstrategie“ könnte die Nachfrage jedoch wieder steigen.
  • Bei einem Kauf von Wasserstoff Aktien solltest Du auf Aktien von Unternehmen zurückgreifen, die nicht nur in Wasserstoff, sondern auch andere Bereiche, wie beispielsweise Brennstoffzellen investieren.
Bestimmt hast Du auch schon den eine:n oder andere:n in Deinem Umfeld über Wasserstoff reden gehört. Das ist absolut kein Wunder, denn Branchen wie „Energie“ und „Mobilität“ sind schon länger ein riesen Gesprächsthema.
Viele Analysten sehen darin sogar die wichtigste Technologie der Zukunft, wenn es um den Kampf gegen den hohen CO2 Ausstoß und die Bekämpfung des Klimawandels geht. Den Höhepunkt fand der Hype aber im Jahr der Pandemie, 2020, als dieser auch auf die Börse überging und die Kurse von Wasserstoff-Aktien in die Höhe schossen. Dies lag vor allem daran, dass viele Menschen von Anfang an bei dem Trend dabei sein wollten. Aber auch jetzt ist das Thema so präsent wie nie, denn durch den Ukraine-Krieg steigt die Nachfrage nach alternativen Energiequellen und Treibstoffen.


Der Hype um Wasserstoff Aktien: Was ist wirklich dran?

Zu Beginn erst einmal eine kleine truth bomb: Der Höhenflug der Wasserstoff-Aktien hielt nach der Pandemie nicht lange an und viele Kurse der Aktien von Wasserstoff Formen stürzten Anfang 2021 direkt wieder ab.
Trotz vieler Auf und Abs konnten sich die meisten Wasserstoff-Aktien bis jetzt kaum erholen, was dazu führt, dass Wasserstoff-Wertpapiere nach wie vor ein riskantes Unterfangen sind und starken Schwankungen der Börse ausgesetzt sind. Für Dich als Anleger:in bedeutet das: Wenn Du investieren willst, dann bedarf es hier einer Menge Risikobereitschaft. Simon Frank, Senior Investmentberater beim Vermögensverwalter Pictet Asset Management, machte bezüglich Wasserstoff-Unternehmen folgende Aussage: „Noch gibt es kaum reine Wasserstoff-Unternehmen, die bereits profitabel arbeiten. Bei vielen wird es noch Jahre dauern, bis sich Gewinn und Verlust ausgleichen.“ (Quelle: hermoney.de)

Was ist überhaupt Wasserstoff?

Doch bevor wir hier weiter in die Tiefe gehen, klären wir erst einmal ein paar Grundbegriffe und fangen beim Grundwissen an.
Die ersten Wasserstofffahrzeuge fuhren bereits in den Jahre von 1984 bis 1988 durch Berlin und wurden vom deutschen Automobilhersteller Mercedes-Benz hergestellt. Die Autos waren mit einem Wasserstoff/Benzin-Motor ausgestattet. Anfang 1990 kamen dann die erste Entwicklungen von Brennstoffzellen- und Wasserstofffahrzeugen in Gang.
Wasserstoff-Aktien werden bei vielen Menschen als besonders chancenreich angesehen. Dies stützt die Prognose des Thinktanks Aurora Energy Research, nach der der europäische Markt für Wasserstoff einen Umsatz von 120 Milliarden Euro generieren wird.
Wasserstoff besitzt als chemisches Element die geringste Dichte und ist besonders sauber.
Good to know: Wasserstoff ist seit Jahrtausenden bereits unsere wichtigste Energiequelle, denn die Isotope von Wasserstoff halten die Sonne am Brennen und ohne Sonne würde unser Planet nicht überleben.
Aktuell ist Wasserstoff jedoch als Energie in einem starken Konkurrenzkampf mit fossilen Brennstoffen. Dazu aber später mehr.

Herstellung von Wasserstoff

Wir machen jetzt kurz mal einen Exkurs in Deinen letzten Chemieunterricht an Deiner Schule.
Die Herstellung von Wasserstoff ist verhältnismäßig simpel: Elektrischer Strom fließt über Elektroden in einen Tank, gefüllt mit Wasser (H2O) und zerlegt dieses in seine Einzelelemente: Wasserstoff und Sauerstoff. Danach kann Wasserstoff in den Brennstoffzellen wieder zu Strom umgewandelt werden, zu Methan zum Heizen veredelt werden oder als Treibstoff für Flugzeuge oder Schiffe genutzt werden.
Viele Hersteller gewinnen heute pro Jahr dadurch mehr als 600 Milliarden Kubikmeter Wasserstoff.

Die Zukunft geht Richtung Wasserstoff

Warum Wasserstoff, DAS Mittel zum Erreichen der Klimaziele geworden ist, liegt wahrscheinlich auch daran, dass es als Speichermedium einen einfachen Transport und lange Lagerung verspricht. Bezüglich des einfachen Transportes findet man jedoch auch immer wieder Gegenstimmen.
Worin man sich jedoch einig zu sein scheint, ist, dass Wasserstoff eine nachhaltige Lösung für Heizzwecke und gespeicherte Energie zur Stromproduktion darstellt.
Gespeicherter Wasserstoff verändert sich nachträglich nicht und ermöglicht so hohe Erträge an Strom an Tagen mit viel Wind und Sonne zur mittel- und auch langfristigen Speicherung. Zudem soll der Solarstrom auch im Winter dadurch nutzbar gemacht werden, aus der Erfahrung heraus können aktuell verwendete Batterien den Strom nur ein paar Tage speichern.
Besonders wichtig ist aber vor allem der Plan der Europäischen Union die Wasserstoffstrategie im Rahmen des „EU Green Deal“ zu steigern. So soll die Herstellungskapazität für umweltfreundlichen Wasserstoff in mehreren Schritten zwischen 2024 und 2030 erhöht werden.
Die verabschiedete „Nationale Wasserstoff Strategie“ in Deutschland umfasst ein Budget von 9 Milliarden Euro für Investitionen.
Diese Investitionen fließen dann zum Beispiel in die Entwicklung von Elektrolyse-Verfahren, denn Wasserstoff kommt in Verbindungen mit anderen Elementen vor und muss erst gewonnen werden.

Die grüne Zukunft von Europa

Für 2050 ist außerdem ein Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas von ganz Europa geplant, um klimaneutral zu werden. Die Planung wird von der Europäischen Kommission übernommen und hierzu wurde eine europaweite Wasserstoff Strategie von der deutschen Bundesregierung verabschiedet.
Hieraus geht hervor, dass vor allem grüner Wasserstoff im Verkehr gefördert werden soll und die Förderung von Stromherstellungen durch regenerative Energieträger wie Wasser, Wind und Sonne vorsieht.
Trotz des hohen Budgets, was Deutschland für die Umsetzung der “Nationalen Wasserstoff Strategie” vorsieht, gibt es bislang aber doch relativ wenige deutsche Unternehmen, die ihren Fokus auf Wasserstoff richten.
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Probleme und Wasserstoff: 6 Dinge, die viele Expert:innen nicht wahrhaben wollen

Das bislang doch verhaltene Investieren in Wasserstoff durch deutsche und auch internationale Unternehmen liegt mitunter auch an verschiedenen Risiken und Problemen, die beim Umrüsten auf Wasserstoff aufkommen. Trotz des Hypes um Wasserstoff müssen sich auch Expert:innen eingestehen, dass die Zurückhaltung von vielen Firmen gerechtfertigt ist.
Ein Problem stellt die Extraktion von Wasserstoff dar. Auch, wenn es recht einfach scheint Wasserstoff zu gewinnen und durch die Elektrolyse diesen aus dem Wasser zu extrahieren oder von fossilen Kohlestoffbrennstoffen zu trennen, so bedürfen diese Prozesse eine Menge Energie. Dies kann in manchen Fällen auch so viel Energie sein, dass mehr Energie aufgewendet werden muss, als aus dem Wasserstoff wiederum später gewonnen werden kann.
Außerdem erfordert ein Umrüsten auf Wasserstoff eine Menge Investitionen. Unternehmen und ganze Länder müssen bereit sein hohe Investments zu machen und die Entwicklung voran zu treiben und Wasserstoff zu einer brauchbaren Energiequelle werden zu lassen. Dies erfordert nicht zuletzt auch den Einsatz der Politik.
Einen weiteren Punkt stellen die Kosten für Rohmaterialien dar. Die Herstellung von Brennstoffzellen benötigt Edelmetalle, wie Platin. Diese hohen Anschaffungskosten stellen eine hohe Hürde für Investor:innen dar. Hier bedarf es eine Senkung der Kosten für die Zukunft. All in all: Die Gesamtkosten sind aktuell zu hoch, denn diese sind für eine Energieeinheit aus Wasserstoff-Brennstoffzellen höher als für herkömmliche Energiequellen. Dies kann sich zwar ändern, sobald die Technologie hinter Wasserstoff als Energiequelle ausgereifter ist, jedoch stehen auch hier die hohen Kosten im Weg.
Außerdem sieht es unsere bisherige Infrastruktur einfach nicht vor, Wasserstoff zu transportierten. Jahrzehntelang wurde die Infrastruktur vor allem für fossile Brennstoffe genutzt und müsste bei einem Umstieg aus Wasserstoff neu ausgebaut werden und erfordert ein Umrüsten von Fahrzeugen und Tankstellen.
Neben den hohen Kosten, die mit einem Umrüsten auf Wasserstoff verbunden sind, ist auch der Sicherheitsaspekt nicht außer Acht zu lassen, denn Wasserstoffgas verbrennt in der Luft bereits bei einer Konzentration von 4-75 %.

In diese Wasserstoff-Aktien kannst du weltweit investieren

Wenn Du planst in Wasserstoff-Aktien zu investieren, dann haben wir hier eine Auswahl an Wasserstoff-Aktien von Unternehmen rund um den Globus, bei denen es sich lohnt genauer hinzuschauen.

BALLARD POWER SYSTEMS*

Ballard Power Systems ist ein kanadisches Unternehmen und gilt als der Pionier und Weltmarktführer bei der Produktion von Brennstoffzellen für Züge, Schwerlasttransporte, Busse, Gabelstapler und Schiffen.
Die Aktie der Kanadier ist vor allem durch den Einstieg der chinesischen Unternehmen Weichai Power und Broad Ocean Motor mit je fast 30 % der Unternehmensanteilen an Ballard Power Systems interessant geworden.
Somit wurde ein besserer Zugang zum chinesischen Markt ermöglicht, der aber auch gleichzeitig eine Abhängigkeit mit sich bringen könnte.

POWERCELL SWEDEN*

Powercell Sweden ging aus dem Volvo-Konzern hervor und ist seit 2017 an der Börse vertreten. Das schwedische Unternehmen konzentriert sich auf die Herstellung von Brennstoffzellen-Stacks und beliefert Firmen in der Energie-, Telekommunikations- und Automobilbranche mit Brennstoffzellensystemen. Zudem arbeiten sie mit Nel Asa gemeinsam an Wasserstoffantrieben für emissionsfreie Fracht- und Passagierschiffe.

NEL ASA*

Das in Norwegen ansässige Unternehmen ist vor allem auf die Herstellung, Speicherung und den Vertrieb von Wasserstoff auf erneuerbaren Energien fokussiert.
Bemerkenswert ist, dass NEL ASA bereits seit einem Jahrhundert in der Branche tätig ist und sich zudem der Herstellung von Wasserstofftankstellen widmet. Das Unternehmen gilt als größter Elektrolyse-Produzent der Welt und ist zudem auch noch führender Hersteller für Wasserstoff-Tankstellen.

LINDE PLC AUS IRLAND*

Linde PLC hat sein Hauptgeschäft im Bereich der Gase, sowie Maschinen und die Infrastruktur zu deren Gewinnung. Derzeit investiert Linde PLC stark in Wasserstoff. Dazu kommt, dass das irische Unternehmen zeitgleich auch Betreiber von „BeeZero“, dem weltweit ersten Carsharing-Anbieter mit Wasserstoff-Autos ist.
Seit 2015 zählt Linde PLC auch zu einem von 50 Mitgliedern im Stoxx 50.
FYI: Stoxx 50 ist ein europäischer Index und umfasst die 50 wichtigsten Aktiengesellschaften.

Deutsche Wasserstoff-Aktien: In diese deutschen Wasserstoff-Aktien kannst Du investieren

Neben den globalen Wasserstoff-Aktien wie Ballard Power oder Nel Asa, hast Du auch die Möglichkeit in deutsche Wasserstoff-Firmen zu investieren. Zwar ist Deutschland kein Marktführer wenn es um Wasserstoff geht, jedoch sind Unternehmen wie SFY Energy AG oder Uniper auf jeden Fall einen Blick wert, um in Dein Aktien-Portfolio zu wandern.
Denn: „Es gibt ein paar kleine Pure Player, die direkt im Wasserstoff- und Brennstoffzellensektor tätig, sind und es gibt Konzerne wie Siemens Energy oder Thyssenkrupp, die mittelbar im Wasserstoff-Bereich tätig sind“, erklärt Wasserstoffspezialist Junker. (Quelle: hermoney)
Pure Player sind in diesem Kontext Unternehmen, die ausschließlich ein Produkt oder eine Dienstleistung anbieten und verkaufen, in diesem Fall: Wasserstoff.
Aber auch andere Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien profitieren indirekt durch die Herstellung von Wasserstoff. Denn bei der Herstellung von grünem Wasserstoff wird sauber hergestellter Strom benötigt, so profitieren auch Unternehmen wie SMA Solar Technology am Wasserstoff-Boom durch die Produktion von Wechselrichtern.
Falls Du Dich dazu entscheidest in ein deutsches Unternehmen zu investieren ist hier eine Liste mit Unternehmen, die entweder Pure-Player sind oder auch in anderen Bereichen tätig sind, aber trotzdem im Wasserstoff-Segment aktiv mitwirken:

● Daimler AG (Automobilhersteller)
● thyssenkrupp AG (Metallverarbeitung)
● Siemens Energy AG (Energie)
● Uniper SE (Energieversorgung)
● 2G Energy AG (Blockheizkraftwerke)
● ElringKlinger AG (Automobilzulieferer)
● Enapter AG (Elektrolyseure)
● Proton Motor Power Systems PLC (Brennstoffzellen)
● SFC Energy AG (Brennstoffzellen)

Quelle: Morningstar (Stand: 12.04.2022)

Deutsche Wasserstoff-Aktien: In diese deutschen Wasserstoff-Aktien kannst Du investieren

Eine Alternative zu den meist doch sehr seltenen Wasserstoff-Aktien sind Wasserstoff-ETFS. Aber auch hier gibt es bis dato nur drei Stück auf dem Markt: den Global X Hydrogen ETF, den VanEck Hydrogen Economy ETF und den L&G Hydrogen Economy ETF.
Um Dir den Einstieg in das Thema zu erleichtern, ist der „E-Mobilität Wasserstoff-Index“ empfehlenswert. Dieser Index setzt auf Aktien aus den Bereichen Mobilität und erneuerbare Energien, die hier aufgelisteten Unternehmen beschäftigen sich schon lange mit Wasserstoff-Mobilität und Energiegewinnung durch Wasserstoff. Ganz wichtig ist bei dem Thema ETFs natürlich der ETF-Sparplan; hier erfährst Du mehr darüber. Wenn Du auf der Suche nach einer breit gefächerten Anlage bist, solltest Du Dir unbedingt noch den MSCI World Index anschauen.
Wie Du weitere nachhaltige Investments für Dich entdecken kannst und wofür ESG und SRI steht, und was das mit nachhaltigem Investieren zu tun hat, das erfährst Du in unserer kostenlosen finance, baby! App!

*WERBUNG, da Markennennung/enthält zum Teil bezahlte Affiliate-Links.

Disclaimer

Von den Autorinnen erwähnte Aktien, ETFs und Fonds sind immer mit Risiken behaftet. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlich zugänglichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen dienen allein der Bildung und Veranschaulichung. Eine Haftung für die Richtigkeit kann nicht übernommen werden. Sollten die LeserInnen sich die angebotenen Inhalte zu eigen machen oder etwaigen Ratschlägen folgen, so handeln sie eigenverantwortlich.
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