Quick Steuereinmaleins für Selbstständige

Steuern für Selbständige

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*Artikel in Zusammenarbeit mit der HWS Steuerberatung entstanden. 

Als wir finance, baby! gegründet haben, wussten wir, dass auch uns bald ein verhasstes Thema erwartet: die erste Steuererklärung. Zum Glück haben wir uns frühzeitig um eine gute Steuerberaterin gekümmert, doch auch nach den ersten Gesprächen blieben tausend Fragezeichen zurück. Wie viel müssen wir abgeben? Wie viel auf die Seite legen? Und wie berechnet sich unser Steuersatz? Mal ehrlich: Anfangs waren wir etwas überfordert und hätten uns einen ganz einfachen Quick-Guide zum Thema Steuererklärung für Selbstständige gewünscht. Um Ihnen diesen Schritt zu erleichtern, haben wir hier alle Infos kurz und verständlich aufbereitet. 

 

Für wen ist dieser Quick-Guide geeignet? 

Angestellte zahlen monatlich einen gewissen Prozentsatz an Steuern an das Finanzamt. Das passiert automatisch über den Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin. Auch Selbstständige dürfen ihr erwirtschaftetes Geld nicht einfach steuerfrei einbehalten, sondern müssen ihre Einnahmen versteuern. Wie das funktioniert, hängt grundsätzlich von der eigenen Unternehmensform ab. 
Einzelunternehmer:innen oder Personengesellschaften, beispielsweise GbRs, müssen ab einem bestimmten Punkt Einkommensteuerbeträge (teilweise inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) sowie Gewerbesteuer und Umsatzsteuer zahlen. Für Kapitalgesellschaften wie GmbHs oder AGs fallen Körperschaftsteuer, Gewerbesteuern und Umsatzsteuer an. 
Wir werfen einen Blick auf die Steuern für Einzelunternehmer:innen und Personengesellschaften und begleiten Dich in unserer finance, baby! Academy auf Deinem Weg zu finanzieller Unabhängigkeit. 

Einzelunternehmen und Personengesellschaften

Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer - was ist was?
Die Einkommensteuer

Einkommensteuerbeträge zahlen in Deutschland über das Rechnungsjahr 2020 alle, die mehr als den Grundfreibetrag von 9744€ verdienen. Besteuerung erfährt das eigene Einkommen, abzüglich Sonderausgaben wie Krankenversicherung, Unterhaltsleistungen, Spenden, außergewöhnlicher Belastungen oder abzugsfähiger Betriebsausgaben. Die Höhe des Steuersatzes berechnet sich bei Selbständigen abhängig vom Gewinn und bei allen Steuerpflichtigen abhängig von der Höhe des Gesamtbetrages der Einkünfte, das heißt: je mehr Einkünfte, desto höher die Steuer. Die Untergrenze liegt hier bei 14 Prozent, während der Spitzensteuersatz 42 Prozent beträgt. 

Selbstständige müssen dabei eine Einkommensteuervorauszahlung leisten. Somit soll sichergestellt werden, dass ihr Einkommen regelmäßige Versteuerung erfährt, wie es bei Angestellten über die Lohnsteuer monatlich der Fall ist. Dies sollte man unbedingt einkalkulieren, um gut vorplanen zu können und die Liquidität im Auge zu behalten.Die Vorauszahlung ist viermal im Jahr fällig und berechnet sich aus den Einkünften der letzten Jahre. Später wird im Einkommensteuerbescheid die tatsächliche Steuerschuld für das Jahr, entsprechend dem Gewinn, festgesetzt und die Einkommensteuervorauszahlungen angerechnet. Dies sollten Selbstständige unbedingt im Hinterkopf behalten, um bestenfalls vorsorglich 30-40 Prozent des Einkommens monatlich beiseite zu legen. 

Steuern für Selbständige

Die Gewerbesteuer

Meldet man ein Gewerbe an, gilt es die Gewerbesteuer zu beachten. Ein Gewerbe müssen Selbstständige anmelden, wenn eine Tätigkeit nicht unter die Kategorie der freien Berufe fällt. Freie Berufe bezeichnen beispielsweise wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten. Ein Tipp: Hier geht’s zur Auflistung der Tätigkeiten, die unter die sogenannten Katalogberufe fallen.

Ab dem Gewerbeertrag, einem Jahresgewinn von 24.500€, führen Selbstständige zudem die Gewerbesteuer ab. Dabei multipliziert sich der Gewinn mit der Steuermesszahl von 3,5 Prozent und dem sogenannten Hebesatz. Der Hebesatz variiert hierbei von Gemeinde zu Gemeinde, im Regelfall liegt er jedoch zwischen 200 und 900 Prozent.

Verstanden? Nein? Ok, wir auch nicht. Ein kurzes Beispiel zur Illustration: 
Du machst einen Gewinn von 60.000 €. Abzüglich Freibetrag verbleibt ein Gewinn von 35.500 €. Multipliziert mit 3,5% ergibt dies einen Gewerbesteuermessbetrag von 1.242,50 €. Gehen wir davon aus, Dein Gewerbe sitzt in Stuttgart, dann multipliziert sich der Gewerbesteuermessbetrag der Stadt Stuttgart mit dem Hebesatz von 420% und ergibt eine Gewerbesteuer im Jahr 2020 in Höhe von 5.218,50 €. 

Good to know: Einzelunternehmen und Gesellschafter:innen von Personengesellschaften machen die geleistete Gewerbesteuer zudem in der Einkommensteuererklärung geltend. Diese rechnet man dann auf die Einkommensteuer an.

Die Umsatzsteuer

Last but not least: die Umsatzsteuer. Für Lieferungen und sonstige Leistungen, die Du erbringst, wird Umsatzsteuer fällig. Der Umsatzsteuersatz liegt bei 19 Prozent für jeden steuerpflichtigen Nettoumsatz bzw. ermäßigt bei 7 Prozent für den Grundbedarf. Der ermäßigte Steuersatz gilt beispielsweise für die meisten Lebensmittel. Eine Tabelle, die Auskunft über den ermäßigten Steuersatz erteilt, findest Du hier.

Umsätze, die im Kalenderjahr unter 22.000 € liegen, eröffnen die Option, keine Umsatzsteuer ans Finanzamt abzuführen, mithin keine Vorsteuer geltend zu machen. Damit gilt man als Kleinunternehmer:in und ist davon freigestellt, Umsatzsteuer auf den Rechnungen angeben. 
Kapitalgesellschaften (KSt) wie z.B. GmbH und AG zahlen auf Ihre Gewinne einen Festsatz von 15% an Körperschaftsteuer. Ein Freibetrag existiert bei der KSt nicht. Sie sind ebenfalls gewerbesteuerpflichtig.

Steuern sparen als Selbstständige:r

Puh, das klingt zunächst nach ziemlich vielen, hohen Steuerabgaben an das zuständige Finanzamt. Jedoch gibt’s verschiedene Tipps und Tricks, mit denen Du einiges an Geld sparst. Darunter fallen z.B. Bewirtungskosten, die es Selbstständigen ermöglichen, bis zu 70 Prozent ihrer Ausgaben für Geschäftsessen & Co. bei der Steuererklärung anzugeben. Besitzt Du einen Firmenwagen? Auch diesen machen Selbstständige steuerlich geltend. Allerdings gilt: 50 Prozent der Fahrten haben im betrieblichen Kontext stattzufinden. 

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