Quick-Guide: Gendergerechte und intersektionale Sprache

Richtig Gendern

Selten wurde 2021 ein Thema mehr diskutiert oder stellte sich als heiß umstrittener heraus als das des gendergerechten und intersektionalen Sprachgebrauchs – kurz: des Genderns. Auch wir bei finance, baby! verwenden eine gendergerechte Sprache, schließlich setzen wir uns täglich für eine Zukunft ein, in der Frauen* und Männer* über dieselben (finanziellen) Chancen verfügen. Dennoch bleibt aller Anfang schwer und wir verstehen, dass richtig Gendern zunächst etwas ungewohnt erscheint, es uns teilweise unter Freund:innen und mit der Familie, wenn keine andere Person gendert, selbst etwas schwerer fällt. Daher möchten wir Dich mit diesem Quick-Guide zur gendergerechten und intersektionalen Sprache dabei unterstützen, Dich beim nächsten Treffen in großer Runde zu trauen, Dich für Gleichberechtigung stark zu machen.

Hier geht’s zum Artikel über Intersektionalität und intersektionalen Feminismus. In diesem Sinne: Let’s do this, baby!

Mit *, : oder _ gendern

Korrekt gendern bedeutet für uns bei finance, baby! wirklich ALLE Personen zu inkludieren, daher distanzieren wir uns von Schreibweisen mit Schrägstrichen, Binnen-I wie StudentInnen oder Paarformen wie Kolleginnen und Kollegen. Denn diese bezeichneten Schreibweisen gehen von einer binären Geschlechterunterteilung in männlich und weiblich aus, vergessen Diversität und damit Menschen, die sich keiner binären Kategorie zugehörig fühlen. Um diese Ausgrenzung zu umgehen, existiert der sogenannte Gendergap. Auch wir bei finance, baby! gendern mit *, : oder _. Denn der Gendergap eröffnet die Möglichkeit einer umfassenden Geschlechtergleichstellung, indem der Gap eine Leerstelle kreiert, in die jede Genderkonstruktion hineingelesen werden kann. Möchtest Du beispielsweise das Wort Kollegen gendern, entsteht Kolleg*innen, Kolleg:innen oder Kolleg_innen. Wichtig: Zwar umfassen Schreibweisen mit * und _ eine äquivalente Wirkung, dennoch keine ganzheitliche Barrierefreiheit. Zumeist erkennen technische Vorlesefunktionen, die z.B. Menschen mit eingeschränktem Sehsinn zur Wissensvermittlung nutzen, * und _ nicht als Pause und sorgen somit für Verständnisprobleme und Missverständnisse. Gendern mit : hingegen umgeht diese technischen Schwierigkeiten, weswegen wir uns für diese Schreibweise entschieden haben.

Neutrale Formulierungen wählen

Geschickt Gendern lässt es sich besonders mit neutralen Formulierungen, die von vornherein jegliche kategorische Gendereinteilung ausschließen, eine geschlechtergerechte Sprache und einen angenehmen Sprachfluss garantieren. Aus Student:innen wird Studierende, aus Abeitnehmer:innen Arbeitnehmende, aus Kund:innen Kundschaft.

Frauen* und Männer*

Um sich gänzlich von einer biologischen Kategorisierung von Frau* und Mann* zu verabschieden, sich dem transzendenten Konzept einer beweglichen Gender-Identität zuzuwenden, gilt es noch einen weiteren Schritt zu beachten. Die Schreibweise mit Sternchen, die auch wir bei finance, baby! verwenden, bedeutet, dass sich der Begriff auf alle Personen bezieht, die sich mit der Bezeichnung Frau oder Mann definieren, definiert werden und/oder sichtbar gemacht werden wollen. Hiermit soll der Konstruktionscharakter des Gender-Begriffs hervorgehoben und versucht werden, sich von einer biologischen Kategorisierung des Geschlechts zu distanzieren. Vor diesem Hintergrund verwendet man das Sternchen zudem im wissenschaftlichen und universitären Bereich der Gender Studies. 

 

finance, baby!

Intersektionalität thematisieren – Glossar

Beschäftigt man sich mit intersektionalem Feminismus, betritt man ein sprachlich sensibles Gebiet und setzt sich mit Vokabular auseinander, dieses bei falscher Verwendung schnell diskriminierend, verletzend, rassistisch oder ausgrenzend sein kann. Sprache ist Macht, finden wir bei finance, baby! deswegen folgt ein kurzes Glossar mit den wichtigsten Begriffen der Intersektionalität.

Person of Color (PoC, Singular) / People of Color (PoC, Plural)

Positiv konnotierte, politische Selbstbezeichnung von Menschen, die Rassismus und Diskriminierung erfahren haben, nicht als weiß oder westlich wahrgenommen werden und sich auch selbst nicht als solches definieren. PoC teilen einen gemeinsamen Erfahrungshorizont, der beispielsweise auf dem Fehlen von Privilegien basiert. Beim Begriff geht es nicht nur primär um die Zuschreibung einer Hautfarbe, sondern vielmehr um die Thematisierung von Machtverhältnissen innerhalb einer privilegierten, mehrheitlich weißen Gesellschaft.
 
Schwarz und weiß verstehen sich dabei als politische Begriffe. Schwarz schreibt sich als politische Selbstbezeichnung groß, weiß als Bezeichnung sozialer Positionierung klein.

Black and People of Color (BPoC)/ Black, Indigenous and People of Color (BIPoC)

Der Begriff PoC tritt nicht allein als Bezeichnung von Betroffenen der afrikanischen Diaspora auf, sondern vor allem zur Solidarisierung mit Schwarzen Menschen. Um Schwarze Menschen ausdrücklich zu inkludieren, verwendet man darüber hinaus den Begriff der BPoC, weitergehend den der BIPoC zur Inklusion indigener Personen.

 

 

Abschließend möchten wir von finance, baby! Dir Mut zu sprechen. Immer wieder müssen wir uns mit Gegenstimmen auseinandersetzen, die gendergerechte und intersektionale Sprache als Genderwahn beschimpfen, sich persönlich angegriffen fühlen. Eine zeitgemäße Sprache zu verwenden bedeutet, immer wieder anzuecken, sich jedoch stets für Geschlechtergleichheit stark zu machen. Und das wünschen wir uns, hoffen wir, dafür arbeiten wir jeden Tag! In diesem Sinne: Du bist beim Gendern nicht alleine, we‘ve got you, baby!
 
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