Dividende einfach erklärt

Was versteht man unter einer Dividende?

Eine Dividende ist der Teil des Unternehmensgewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionär:innen ausschüttet – meist einmal jährlich, teilweise auch quartalsweise. Die Höhe hängt vom Geschäftserfolg ab und kann sich daher jedes Jahr ändern. Aus diesem Grund gilt die Dividendenrendite als wichtige Kennzahl bei der Aktienbewertung. Über die konkrete Ausschüttung entscheidet die Hauptversammlung, bei der Vorstand und Aktionär:innen den Dividendenvorschlag abstimmen. Dieser Vorgang wird als Dividendenausschüttung bezeichnet.

Wichtig: Es gibt keine gesetzliche Pflicht zur Dividendenzahlung. Ob und in welcher Höhe eine Ausschüttung erfolgt, legt die Hauptversammlung fest. Der Vorstand schlägt eine Summe vor, über die die Aktionär:innen abstimmen. In der Regel erfolgt die Auszahlung am Tag nach der Hauptversammlung.

Wie funktioniert eine Dividende?

Wer Aktien kauft, erwirbt einen Anteil am Unternehmen und stellt ihm Eigenkapital zur Verfügung. Als Gegenleistung können Aktionär:innen regelmäßig am Bilanzgewinn beteiligt werden. Die Dividende wird meist jährlich ausgezahlt und in Form der Rendite bewertet.

Warum zahlen Unternehmen Dividenden?

Dividenden sollen Aktionär:innen am Erfolg des Unternehmens teilhaben lassen. Die Ausschüttung pro Aktie dient als Anreiz für bestehende Aktionär:innen, investiert zu bleiben, und als Anziehungspunkt für neue Anleger:innen. Steigende Nachfrage nach der Aktie kann sich zudem positiv auf den Kurs auswirken – wovon wiederum das Unternehmen und seine Mitarbeitenden profitieren.

Zahlen alle Unternehmen Dividenden?

Vor allem große, etablierte und eher langsam wachsende Unternehmen schütten Dividenden aus. Wachstumsunternehmen – wie etwa Amazon oder Google – reinvestieren ihre Gewinne häufig vollständig ins Geschäft, um schneller zu expandieren. Grundsätzlich gilt: Es besteht keine Pflicht zur Dividendenausschüttung.

Faktencheck: Rund 40 % ihres Gewinns zahlen börsennotierte Unternehmen in Deutschland derzeit durchschnittlich als Dividende aus.

Wann erfolgt die Auszahlung?

In Deutschland wird die Dividende meist einmal im Jahr ausgezahlt – häufig zwischen April und Juni. US-Unternehmen zahlen in der Regel quartalsweise.

Checkliste: Anspruch auf Dividende

Um eine Dividende zu erhalten, musst du die Aktie eines ausschüttenden Unternehmens besitzen. In Deutschland reicht es, die Aktie am Tag der Hauptversammlung zu halten. Am „Dividenden-Stichtag“ (Record Day) wird festgelegt, wer anspruchsberechtigt ist. In den USA muss die Aktie zwei Tage vor diesem Datum im Depot liegen.

Wichtige Hinweise zu Dividenden

Aktienkurse schwanken und können kurzfristig stark fallen. Dennoch zeigen langfristige Analysen, dass Aktien die renditestärkste Anlageform für Privatanleger:innen sind – vorausgesetzt, man investiert mit einem langen Anlagehorizont.

Vorteile einer Dividendenstrategie

Stabile Dividendenwerte bieten langfristig die Chance auf ein zusätzliches Einkommen und können so zum Vermögensaufbau beitragen. Dennoch sollten Anleger:innen das Risiko von Aktienanlagen nicht außer Acht lassen.

Arten von Dividenden

Dividenden können je nach Unternehmen jährlich, quartalsweise oder sogar monatlich gezahlt werden. Die Ausschüttung erfolgt in bar oder als zusätzliche Aktien. Neben regelmäßigen Dividenden gibt es auch Sonderausschüttungen. In Deutschland finden die meisten Hauptversammlungen zwischen Februar und Juli statt.

Vorteile im Überblick

Dividenden …

  • schaffen ein passives Einkommen,
  • steigen oft mit dem Unternehmenserfolg,
  • dienen als Puffer bei Kursrückgängen,
  • stabilisieren den Kurs bei regelmäßiger Ausschüttung,
  • können bei Reinvestition langfristig den Zinseszinseffekt nutzen.

*Abhängig von Unternehmen und Höhe der Ausschüttung

So läuft die Ausschüttung ab

  1. Die Hauptversammlung beschließt die Ausschüttung und legt die Höhe fest.
  2. Die Dividende wird öffentlich bekanntgegeben.
  3. Wenige Tage nach dem Beschluss erfolgt die Gutschrift im Depot.

Die Hauptversammlung kann auch beschließen, keine Dividende zu zahlen – etwa um Rücklagen zu bilden, das Eigenkapital zu stärken oder in Wachstum zu investieren.

Dividendenkalender

Der Dividendenkalender eines Unternehmens zeigt den genauen Auszahlungstermin, die geplante Ausschüttungshöhe sowie die Dividendenhistorie der vergangenen Jahre.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite gibt an, wie hoch die Ausschüttung im Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs ist. Sie wird so berechnet:

(Dividende ÷ Aktienkurs) × 100 %

Beispiel: Eine Dividende von 5 € bei einem Aktienkurs von 100 € ergibt eine Dividendenrendite von 5 %. Da sich Kurse laufend ändern, ist auch die Rendite variabel.

Die Dividendenrendite ist nur im Branchenvergleich aussagekräftig und sollte mit weiteren Kennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis oder der Eigenkapitalquote kombiniert werden.

Steuern auf Dividenden

In Deutschland unterliegen Dividenden der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Für ausländische Dividenden kann zusätzlich Quellensteuer anfallen. Es gibt jedoch einen Steuerfreibetrag: 1000 € für Singles und 2000 € für Verheiratete – bei erteiltem Freistellungsauftrag.

Fazit

Dividenden sind ein wichtiger Bestandteil vieler Anlagestrategien und können langfristig erheblich zur Gesamtrendite beitragen. Dennoch sollte eine Investitionsentscheidung nicht ausschließlich auf der Höhe der Dividendenrendite basieren.

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