Was sind ETFs?


So investierst Du einfach und günstig an der Börse

Wissen to go:
  • Mit ETFs kannst Du Dich breit aufstellen: Mit nur einem ETF investierst Du in viele tausend Unternehmen rund um die Welt. So kannst Du ein Vermögen aufbauen und fürs Alter vorsorgen.
  • ETFs handeln und halten ist kostengünstig.
  • ETFs sind transparent und werden an europäischen Börsen gehandelt.
  • Mit einem ETF hast Du die Möglichkeit ähnliche oder gleiche Renditen zu erzielen, wie andere Aktieninvestor:innen, die in Einzelaktien investieren.
Drei Buchstaben, aber eine große Vielfalt an Märkten und Anlageklassen: ETF.
Ein börsengehandelter Indexfonds, auf Englisch „Exchange Traded Fund“ oder kurz ETF, folgt der Wertentwicklung bekannter Börsenindizes, wie z.B. dem DAX. Mit ETFs kannst Du einfach und günstig an der Börse investieren und langfristig Vermögen aufbauen. Alles, was Du für eine Investition in ETFs brauchst, erklären wir Dir in diesem Artikel. Let’s get it, baby!


Tell me, baby! Was sind ETFs?

Ein ETF (engl.: „Exchange Traded Fund”) ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index, wie bspw. des DAX abbildet. Im Kern vereinen ETFs die Vorteile von Aktien und Fonds in einem Produkt.

ETFs ermöglichen es Dir, mit einem Wertpapier kostengünstig in ganze Märkte zu investieren. Bspw. streust Du mit einem einzigen MSCI World-ETF Dein Investment auf rund 1.600 Unternehmen aus aller Welt. Neben Aktien kannst Du mit ETFs auch in viele andere Anlageklassen investieren. Aufgrund dieser Vielfalt und ihrer spezifischen Eigenschaften sind ETFs perfekte Bausteine für die private Geldanlage. ETFs bilden einfach eins zu eins einen Marktindex nach und können – wie eine Aktie – jederzeit an der Börse gehandelt werden.

Wie unterscheiden sich Indexfonds von ETFs?

Achtung, Achtung: Jetzt räumen wir erst einmal ein Missverständnis aus dem Weg!
Viele Anleger:innen glauben nämlich, dass Indexfonds und ETFs zur selben Anlageklasse gehören. Grundsätzlich verfolgen Indexfonds eigentlich auch dasselbe Ziel wie ETFs: Einen Index bestmöglich und kostengünstig abbilden.
Dabei waren Indexfonds lange nur institutionellen Anleger:innen vorbehalten, seit Kurzem aber können auch private Anleger:innen in Indexfonds investieren. Der eigentliche Unterschied zu ETFs liegt aber in der Börsennotierung: Denn Indexfonds werden nicht an der Börse gehandelt. Der An- und Verkauf ist - wie bei aktiven Anlagefonds - nur einmal täglich über Fondsanbieter:innen möglich. Indexfonds haben aber, je nach Domizil, eine geringere Stempelsteuer und in den meisten Fällen erfolgt die Replikation des Fonds nur physisch.

In ETFs investieren: Welcher Sinn steckt dahinter?

„Aber was genau ist der Sinn beim Investieren in ETFs?“ Gute Frage! Beim Investieren in ETFs geht es grundsätzlich darum, genau die Rendite zu erzielen, die auch der Index erzielt. Durch ETFs kannst Du also ganz einfach kostengünstig Dein Geld investieren. Denn bei ETFs sind Werte wie Unternehmenszahlen, Konjunkturdaten etc. irrelevant. Außerdem sinken die Kosten fürs Management.
Kurz gesagt: Ein ETF beinhaltet mehr die eigentliche Wertentwicklung als aktiv gemanagte Fonds.

Unterschiedliche Bauarten: So funktioniert ein ETF

Indexfonds gehen unterschiedlich an die Aufgabe heran, einen Aktienindex nachzubilden. Man unterscheidet zwei verschiedene Bauarten von ETFs. Auch die Art, wie Anleger:innen an Unternehmensgewinnen, den sogenannten Dividenden, beteiligt werden, kann unterschiedlich sein. Na dann, fangen wir mal an!


Physischer ETF

Kauft ein ETF einfach die Wertpapiere bzw. Aktien im Index nach, dann spricht man von einem physischen ETF. Diese Art von ETFs sind in der Regel bei Anleger:innen sehr beliebt, weil sie verständlich und transparent sind: Anleger:innen wissen immer genau, in welche Wertpapiere sie gerade Geld investiert haben. Es kann aber auch vorkommen, dass ein ETF nicht alle Aktien tatsächlich kauft, sondern nur eine optimierte Auswahl (engl.: optimized sampling).


Synthetischer ETF

Bei synthetischen ETFs investiert der Fonds nicht direkt in die Titel, die im Index enthalten sind. Hier werden Tauschgeschäfte, sogenannte Swaps, genutzt, um den Index abzubilden. Die synthetischen ETFs wurden eingeführt, um Indizes exakter und effizienter nachzubilden. Das ist gerade bei sehr großen Indizes von Vorteil – manche Anlageklassen werden damit sogar erst investierbar gemacht. Ein Beispiel hierfür sind Geldmarkt-ETFs – ohne synthetische Replikation sind diese kaum abbildbar.
Da die Replikation relativ kompliziert ist, sind synthetische ETFs – im Unterschied zum physischen – für Anleger:innen oft nur schwer nachvollziehbar.
Zwar könnten sich synthetische ETFs als die kostengünstigere Art auszahlen, doch vielen Anleger:innen ist es wichtiger, in welche Titel tatsächlich investiert wird. Dies lässt sich hier meist erst aus dem Jahresbericht ablesen.

Wie genau funktioniert das Tauschgeschäft bei synthetischen ETFs?

Bei synthetischen ETFs findet ein Tauschgeschäft zwischen der ETF–Anbieter:in und der Swap–Kontrahent:in statt. Es wird vereinbart, dass die Kontrahent:in im Tausch gegen eine Gebühr (Swap-Gebühr) die Rendite inkl. Dividendenzahlungen des Portfolios zahlt. Dieses Tauschgeschäft wird mit einem Sicherheitskorb abgesichert.
Die ETF–Anbieter:in stellt dagegen ein Trägerportfolio zusammen, in das Du als Anleger:in investieren kannst. Die Renditen der verschiedenen Portfolios werden dann getauscht.


Ausschüttender ETF

Bei einem ausschüttenden ETF wird der Gewinn, der ein Unternehmen erwirtschaftet wird, in regelmäßigen Abständen als Dividende an alle Aktionär:innen ausgeschüttet. Die Zeitpunkte für die Ausschüttungen werden schon im Voraus durch die Fondsgesellschaft festgelegt. Stecken Aktien in einem Fonds, fließen die Dividenden erst an den Fonds. Der Fonds kann die Ausschüttungen dann gebündelt an die Anleger:innen weitergeben. Das verringert den Wert, der im Fonds steckt. Dafür können Anleger:innen mit den Dividenden machen, was sie möchten, z.B. ihren Sparerpauschbetrag besser nutzen.
Wenn Dein Fondsanbieter seinen Sitz in Deutschland hat, wird automatisch die Abgeltungssteuer abgeführt und der Nettobetrag wird Dir dann auf Dein Konto gutgeschrieben.
Ausschüttende ETFs sind vor allem für Anleger:innen geeignet, die einen regelmäßigen Zahlungsstrom bevorzugen.


Wiederanlegender bzw. thesaurierender ETF

Bei dieser Art von ETFs bietet sich Dir die Möglichkeit, die Dividenden dem Fondsvermögen gutzuschreiben werden. Die Dividenden werden direkt besteuert und der anschließend daraus resultierende Nettobetrag wird dann wieder neu angelegt. In diesem Fall spricht man von einem wiederanlegenden bzw. thesaurierenden ETF. Thesaurierende ETFs eignen sich vor allem dann für Anleger:in, wenn sie planen, langfristig ein Vermögen aufzubauen. Hier profitierst Du dann von einer Wertentwicklung, auch Zinseszinseffekt genannt.

Fun Fact: Albert Einstein soll gesagt haben: „Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, verdient daran, alle anderen bezahlen ihn.“

Was der Name eines ETFs preisgibt

Die langen Namen vieler ETFs verwirren oft Anfänger:innen. But no reason to panic! We got you, baby! Was die ganzen Namen und Abkürzungen bedeuten, erklären wir Dir jetzt.

Im Wesentlichen besteht der Name eines ETFs aus vier Merkmalen:

(1) ETF-Fondsgesellschaft
(2) Indexname inkl. Indexanbieter
(3) Regulatorische Hinweise
(4) Weitere Merkmale (nicht bei allen ETFs)
ETF-Fondsgesellschaft

Am Anfang einer Abkürzung eines ETFs wird immer der Name der Anbieter:in oder der Fondsgesellschaft genannt. Bekannte Anbieter sind bspw.:

  • iShares (Blackrock Asset Management)
  • Xtrackers (Deutsche Bank)
  • Vanguard (genossenschaftlicher Asset Manager und ETF-Pionier)
  • Lyxor (Société General)


Indexname

An zweiter Stelle folgt der Indexname. Mittlerweile gibt es unglaublich viele Wertpapierindizes, wie z.B. globale Aktienindizes (MSCI World), Schwellenländerindizes (MSCI Emerging Markets), amerikanische und europäische Aktienindizes, länderspezifische Aktienindizes, wie z.B. der DAX oder auch branchenspezifische Aktienindizes. Einer der bekanntesten Indexnamen ist: MSCI.
Die verschiedenen Indizes lassen sich für eine erste grobe Orientierung in verschiedene Kategorien einordnen:

  • Weltportfolio (z.B. MSCI World)
  • Unterschiedliche Regionen (Europa, Asien, Dollarzone, etc.)
  • Einzelne Staaten
  • Branchen (z.B. Technologie, Gesundheitswesen, etc.)
  • Rohstoffe (z.B. Edelmetalle, Landwirtschaft, Öl, etc.)
  • Immobilien
  • Spezielle Anlagestrategien (z.B. Nachhaltigkeit)
  • Anleihen


Regulatorische Hinweise

Nach dem Indexnamen ist oft „UCITS” zu lesen. Diese Buchstabenkombination steht für: Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities (dt. OGAW – Organismus für Gemeinsame Anlage in Wertpapiere).
Dies sind Richtlinien, bei denen häufig eine Anzahl von Anforderungen festgelegt werden, an die es sich in Europa zu halten gilt. Diese Regelungen dienen vor allem dem Schutz von Privatanleger:innen.


Weitere Merkmale des ETFs

Der letzte Teil im Namen eines ETFs sind meist kryptische Abkürzungen, die zusätzliche Angaben zur Anteilscheinklasse - Kategorien von Fondsanteilen - des ETFs geben. So werden Unterschiede bei Anteilscheinklassen gekennzeichnet, die sich in der Höhe der Gebühren, Währung und der Art der Ertragsverwendung unterscheiden. Die Abkürzungen können sich jedoch von Anbieter:in zu Anbieter:in unterscheiden.

Beispiele: Mögliche Abkürzungen

  • Bei ausschüttenden ETFs: D, Dis, Dist
  • Bei thesaurierenden ETFs: C, Acc


Währung der Anteilscheinklasse

Die Währung der Anteilscheinklasse soll darüber informieren, ob die Anleger:in ein Risiko durch eine Fremdwährung eingeht. Bei währungssicheren ETFs steht häufig die zusätzliche Angabe „daily“ oder „monthly“ dabei. Diese Angabe soll Aufschluss darüber geben, ob die Währungsabsicherung täglich oder monatlich angepasst wird. Wenn beim ETF-Namen kein „hedged“ im Namen steht, dann kannst Du davon ausgehen, dass es sich um die Handelswährung der Anteilsklasse handelt.


Domizil im Namen

Viele ETF-Anbieter:innen heben auch das Domizil des Fonds im Namen hervor. iShares* z.B., verwendet bei ETFs, die in Deutschland aufgelegt wurden „(DE)“ im ETF-Namen, UBS verwendet das Kürzel „(IE)“.

ETFs kaufen: Wo? Wie?

Du möchtest in ETFs investieren? Yeah, baby! Jetzt stellen sich natürlich folgende Fragen: “Wo kann ich jetzt ETFs kaufen? Und wie genau mache ich das?”
Deshalb erklären wir Dir auch, wo und wie Du ETFs ganz einfach kaufen kannst und was es mit dem berühmten ETF-Sparplan eigentlich auf sich hat.
Wenn Du Dir noch unsicher bist, wie das mit dem Investieren überhaupt funktioniert und wie viel Geld Du im Monat zum Investieren eigentlich zur Verfügung hast, dann haben wir etwas für Dich: In unserer Journey “Investieren Basics” der finance, baby! App lernst Du alles für Deinen Einstieg an der Börse.
Für das Handeln mit ETFs ist die Eröffnung eines Depots bei einem Online-Broker oder einer Bank notwendig. In diesem Depot werden dann die Fondsanteile für Dich verwahrt.

Vergiss außerdem nicht, Dir Gedanken über Deine Sparrate zu machen: Möchtest Du lieber mit einer Einmalanlage in ETFs investieren oder möchtest Du doch eher monatlich oder vierteljährlich in Raten einen ETF-Sparplan besparen? Was genau ein ETF-Sparplan eigentlich ist, welche Vorteile dieser bietet und vieles mehr, erfährst Du hier.
In unseren Modulen der finance, baby! App lernst Du, wie Du die für Dich passende Sparrate festlegst, denn oft ist es gar nicht so einfach, eine gute Balance zwischen Fixkosten, Freizeit-Geld und Altersvorsorge zu finden.

Vorteile von ETFs

Im Kern vereinen ETFs die Vorteile von zwei verschiedenen Anlageformen in einem Produkt: Aktien und Fonds.
Zum einen ermöglichen Dir ETFs einen einfachen Handel wie bei Einzelaktien. Denn sie können jederzeit zu den am Markt gültigen Preisen verkauft oder gekauft werden. Zum anderen bieten ETFs Dir die Diversifikationsvorteile von Fonds. Bei einem Investment, z.B. in den MSCI World-ETF, wird Dein Geld auf ca. 1.600 Unternehmen aus der ganzen Welt gestreut.
Zusätzlich gibt es eben auch die Möglichkeit, Dein Investment in verschiedene Anlageklassen zu investieren.
Ein weiterer Vorteil: Als Anleger:in weißt Du zu jedem Zeitpunkt Deiner Investition, wohin Dein Geld investiert wird. Das sorgt für eine hohe Transparenz. Dein ETF-Anteil entwickelt sich dann immer genauso wie der Index, den er abbildet –natürlich abzüglich der Kosten, die durch die Transaktionskosten und Verwahrungsgebühren entstehen.
Wenn Du wissen willst, ob ETFs für Dich und Dein Geld die richtige Wahl sind, wenn es um Deine eigene Vermögensbildung geht, dann solltest Du Dir auf jeden Fall die finance, baby! App herunterladen. Hier lernst Du eben alles über verschiedene Anlageklassen und sicherst Dir zusätzlich ein kostenloses Beratungsgespräch bei unseren zertifizierten Finanzberaterinnen. Worauf wartest Du noch?

Mögliche Risiken von ETFs

Bei einer Investition in ETFs ist Dein Geld in Sondervermögen geschützt. Sollte also Deine ETF-Anbieter:in pleitegehen, gehören Deine Fondsanteile immer noch Dir. Die Fondsgesellschaften müssen nämlich das Geld der Kund:innen und deren Fondsanteile vom Unternehmensvermögen trennen. Bspw. hinterlegt iShares das eigene Geld bei der unabhängigen Depotbank „State Street Bank“ in Irland. Durch dieses Trennen wird bei einer Pleite verhindert, dass das Vermögen der Anleger:innen mit in die Konkursmasse fällt und eventuelle Gläubiger:innen Ansprüche darauf geltend machen.
Falls aber wiederum die Depotbank Insolvenz anmelden sollte, werden Deine Fondsanteile an Treuhänder:innen übergeben. Das Gleiche gilt für den Ausfall Deiner Onlinebank oder Deines Brokers. Auch hier übernimmt ein Treuhänder:in Dein Depot und wird Ansprechpartner:in.

Risiken: Physische vs. synthetische ETFs?

Während ein physischer ETF direkt in die Werte investiert, die der nachgebildete Index enthält, findet die Nachbildung bei synthetischen ETFs über ein Tauschgeschäft statt – dem Total Return Swap. Bei physischen ETFs wird i.d.R. eine 1:1 Nachbildung der Indizes angestrebt. Das ist bei kleineren Indizes wie dem DAX mit 40 Titeln in der Regel unkompliziert. Wenn der Index jedoch zu viele Positionen enthält, wird oft auf die synthetische Nachbildung mithilfe der Swaps zurückgegriffen. Swap-ETFs wenden demnach die synthetische Replikation an.


Tracking Error bei physischen ETFs

Bei der physischen Replikation lassen sich Abweichungen zwischen dem Index und dem ETF nicht vollkommen vermeiden. Verändert sich der zugrunde liegende Index, muss auch der ETF angepasst werden. Durch die stetige Anpassung fallen zusätzliche Transaktionskosten an, wodurch die Wertentwicklung der ETFs vom Wert des zugrunde liegenden Index abweichen kann. Dieses Abweichungsrisiko bezeichnet man als Tracking Error. Dabei gilt: Je höher der Tracking Error, desto größer ist die Abweichung und somit auch das Risiko, dass Anleger:innen an Rendite einbüßen müssen.


Kontrahentenrisiko bei synthetischen ETFs

Durch die Einbindung einer dritten Partei tritt bei synthetischen ETFs ein sogenanntes Kontrahentenrisiko – auch Gegenparteirisiko genannt – auf. Die synthetischen ETFs sind demnach davon abhängig, dass die Tauschpartner:innen ihren Verpflichtungen nachkommen.
Auch wenn der Swap nicht zum Sondervermögen zählt, werden die Risiken für Anleger:innen begrenzt. Laut europäischen Vorschriften zur Regulierung von Investmentfonds darf der Wert des Swaps höchstens 10 % des Fondsvermögens ausmachen. Um das Kontrahentenrisiko zu minimieren, werden zudem seitens der Anbieter:innen Sicherheiten verlangt. Außerdem findet ein täglicher Ausgleich der Sicherheiten – der sogenannte Swap-Reset – statt. Die Zusammensetzung der Sicherheiten kann bei der ETF–Anbieter:in eingesehen werden.

Sicherheit: Physische oder synthetische ETFs?

Sicherheit, Diversifikation und Kosteneffizienz – das sind nur einige Vorteile von ETFs. Ob nun physische oder synthetische ETFs bzw. Swap-ETFs besser sind, lässt sich pauschal nicht beantworten.
Synthetische ETFs können so gut wie jeden Markt abbilden – hier besteht allerdings ein Kontrahentenrisiko. Möchtest Du dieses Risiko umgehen, sind physische ETFs womöglich besser geeignet. Diese haben den entscheidenden Vorteil der Transparenz – Anleger:innen wissen immer genau, in welche Werte sie investieren.
Welche Art von ETFs für Dich und Dein Geld die beste Wahl ist, kannst Du gerne mit unseren zertifizierten Finanzexpertinnen von DI Frau in einem kostenlosen Erstgespräch besprechen.

Risiken: Passive ETFs oder aktive Investmentfonds?

Im Vergleich zu Investitionen in einzelne Aktien gelten ETFs als risikoarm. ETFs sind passiv verwaltete Fonds, die einen Index nachbilden. Wenn Du bspw. in einen ETF auf den DAX investierst, befinden sich darin Anteile von allen Unternehmen, die auch im DAX gelistet sind. Steigt der DAX, steigt auch der Wert Deines ETFs. Fällt der DAX, verliert auch Dein ETF an Wert.
Gerade große Indizes – wie der DAX oder der MSCI World – streuen das Anlagerisiko breit, da viele verschiedene Titel zum Index gehören. Bricht der Kurs bei einem oder mehreren der im Index enthaltenen Titel ein, wird das häufig dadurch ausgeglichen, dass andere Titel zum selben Zeitpunkt einen Kursaufschwung erleben. Dadurch bieten ETFs eine gewisse Sicherheit. Trotzdem sind es natürlich an der Börse gehandelte Finanzprodukte. Deshalb bergen auch ETFs Risiken.

Häufige Argumente für aktive Fonds sind:

  • Durch die gezielte Auswahl von Wertpapieren besteht die Chance auf Überrenditen im Vergleich zu Indizes, die es bei Indexfonds per Definition nicht geben kann.
  • Ein Fondsmanager kann Verwerfungen in einzelnen Märkten vorhersehen und flexibel reagieren, um die Anleger:innen vor hohen Verlusten zu bewahren.

Häufige Argumente gegen aktive Fonds sind:

  • Im Vergleich zu passiven Fonds haben aktive Fonds hohe Verwaltungskosten, die erst einmal wieder erwirtschaftet werden müssen.
  • Die Börse reagiert häufig so unvorhersehbar, dass auch Profis keine validen Prognosen treffen können.
  • Fondsmanager:innen stehen unter ständigem Rechtfertigungsdruck und haben wenig Spielraum für risikoreiche Investments, mit denen sich potenziell hohe Überrenditen erzielen lassen.

Risiken minimieren

  • Diversifikation: Auf eine breite Streuung – auch abseits des Heimatmarktes – Wert zu legen, lohnt sich. Bei ETFs wie dem MSCI World ist die Diversifikation übrigens automatisch gegeben.

  • Fondsvolumen: Anleger:innen sollten auf Fonds mit einem großen Fondsvolumen (mind. 50 Millionen Euro) setzen.

  • Etablierte Fonds: ETFs, die schon länger am Markt sind, sind weniger risikoreich als sehr neue Indizes.

  • Risikoklassen: In den Anleger:inneninformationen wird auch die Risikoklasse angegeben. Diese unterteilen sich wie folgt:
Klasse 1: Für sicherheitsorientierte Anleger:innen
Klasse 2: Für konservative Anleger:innen
Klasse 3: Für gewinnorientierte Anleger:innen
Klasse 4: Für risikobewusste Anleger:innen

So setzen sich die Kosten eines ETFs zusammen

Für die Kostenzusammensetzung eines ETFs ist u.a. die Total Expense Ration - kurz: TER - genauer zu betrachten. Die TER zeigt nämlich, um wie viele Prozentpunkte die Kosten Deine jährliche Rendite mindern. Dies wird auch Gesamtkostenquote oder Effektivkostenquotes genannt.
Die TER umfasst alle Pauschalgebühren wie:

  • Verwaltung (Management- und Betriebskosten, z.B. Portfolio Management, Revision, etc.)
  • Depotbank
  • Lizenzgebühren für den nachgebildeten Index
  • Vertriebsgebühren (Kosten für Vermarktung, Vertrieb des Produkts, z.B. Erstellung von Fondsdokumenten und Broschüren)
  • Kosten für Mehrwertsteuer und andere kleinere Gebühren

Viele ETF-Anbieter:innen schätzen die Höhe der TER und ziehen den Preis deshalb i.d.R. monatlich oder vierteljährlich bereits vom Fondsvermögen ab. Bei ETFs liegt die TER meist zwischen 0,1 und 0,5 Prozent im Jahr.
Aber nicht nur die TER ist wichtig, auch den „Total Cost of Ownership“ - kurz: TCO -, der die Gesamtkosten über die Haltedauer einer Investition beinhaltet, sollte man im Auge behalten.

Was Du bei einem ETF versteuern musst

Wie Dein ETF versteuert wird, hängt seit 2018 nicht mehr davon ab, in welchem Land Dein(e) ETF(s) aufgelegt sind, ob sie aktiv, passiv, thesaurierend oder ausschüttend sind.
Die Besteuerung der ETFs war bis Ende 2017 für viele Anleger:innen noch ein Kriterium für die Auswahl des ETF-Typen. 2018 trat dann ein Gesetz zur Investmentbesteuerung in Kraft. Dadurch werden seit 2018 Gewinne, also Dividenden und Kursgewinne mit 25% Abgeltungssteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag besteuert. Gegebenenfalls kommt noch die Kirchensteuer mit ca. 8-9 % hinzu. Wenn Du keine Gewinne einfahren solltest, dann zahlst Du selbstverständlich auch keine Steuern.
Bei ETFs mit mindestens 50 % Aktienanteil werden durch eine Teilfreistellung 30 % der Erträge steuerfrei.
Die zu zahlende Steuer am Ende des Jahres wird normalerweise direkt einbehalten - es sei denn, Du stellst einen Freistellungsauftrag bei Deiner Depotbank. Mit einem Freistellungsauftrag bei der eigenen Depotbank zahlst Du für die Erträge unter dem Sparerpauschbetrag von 801 Euro keine Steuern. Bei Verheirateten erhöht sich der Sparerpauschbetrag auf 1.601 Euro. Bei einem Freistellungsauftrag werden die Steuern für ETFs von der Depotbank berechnet und an das zuständige Finanzamt abgeführt.

Ansonsten brauchst Du für die Ermittlung Deiner zu versteuernden Erträge nur vier Angaben:
(1) die Höhe der Ausschüttungen (Dividenden)
(2) Wert des Fonds am Anfang des Jahres
(3) Fondswert am Jahresende und
(4) die Art des Fonds.
Wenn es um Deine eigene Vermögensbildung geht und Du wissen willst, welche Anlageklassen für Dich und Dein Geld die richtige Wahl sind, dann solltest Du Dir auf jeden Fall die finance, baby! App herunterladen! Hier lernst Du eben alles über verschiedene Anlageklassen und kannst Dir zusätzlich ein kostenloses Beratungsgespräch bei unseren zertifizierten Finanzberaterinnen sichern. Worauf wartest Du noch?

Disclaimer

Von den Autorinnen erwähnte Aktien, ETFs und Fonds sind immer mit Risiken behaftet. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlich zugänglichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen dienen allein der Bildung und Veranschaulichung. Eine Haftung für die Richtigkeit kann nicht übernommen werden. Sollten die LeserInnen sich die angebotenen Inhalte zu eigen machen oder etwaigen Ratschlägen folgen, so handeln sie eigenverantwortlich.
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