Reichsmark in Euro: Rechner, Tabellen, Infos

Reichsmark Euro RechnerViele Menschen finden beim Aufräumen alte Banknoten oder Münzen aus den Jahren zwischen den Weltkriegen. Dann stellt sich schnell die Frage: Was wäre eine Reichsmark heute wert? Diese Seite gibt dir einen Überblick. Du erfährst, wann die Reichsmark galt, wie sich ihr Wert im Laufe der Zeit änderte und wie du einen groben Vergleichswert in Euro berechnen kannst.

Reichsmark‑in‑Euro Rechner

Um den historischen Wert einer Reichsmark besser einzuordnen, habe ich einen Online‑Rechner für dich vorbereitet. Er nutzt einen Kaufkraftfaktor, um dir einen ungefähren Euro‑Vergleichswert anzuzeigen. Dieser Wert orientiert sich an Berechnungen der Deutschen Bundesbank und ist lediglich als Richtgröße gedacht. Nutze den Rechner, um ein Gefühl für die Größenordnung zu bekommen – er ersetzt keine Sammlerbewertung.

Wichtig: Es gibt keinen offiziellen Umtauschkurs mehr. Die Reichsmark ist seit 1948 außer Kraft. Der Rechner liefert daher nur einen Kaufkraftvergleich, keinen realen Tauschwert.

Hier kannst du den Rechner direkt verwenden:

Historischer Vergleichsrechner

Reichsmark in Euro umrechnen

Dieser Rechner zeigt einen groben heutigen Vergleichswert auf Basis eines Kaufkraft-Schätzwerts. Er dient zur Orientierung und ersetzt keinen Sammler- oder Sachverständigenwert.

RM
Trage hier einen historischen Reichsmark-Betrag ein.
Alternativ kannst du direkt einen Euro-Wert eingeben.
Wichtiger Hinweis: Die Reichsmark ist seit 1948 kein offizielles Zahlungsmittel mehr. Es existiert daher kein offizieller Umtauschkurs zum Euro. Der Rechner nutzt einen festen Kaufkraft-Schätzwert von 1 RM = 5,30 €. Historischer Zustand, Seltenheit oder Sammlerwert werden nicht berücksichtigt.

Wann gab es Reichsmark?

Die Reichsmark löste 1924 die völlig entwertete Papiermark ab. Nach der Hyperinflation sollte sie Stabilität bringen. Die Deutsche Reichsbank führte sie am 15. November 1924 als gesetzliches Zahlungsmittel ein. Die Währung begleitete Deutschland durch die Weimarer Republik und die Zeit des Nationalsozialismus.

Am 20. Juni 1948 endete die Ära der Reichsmark: In den drei westlichen Besatzungszonen wurde sie durch die Deutsche Mark ersetzt. Dabei galt für Bargeld und Bankguthaben eine Umstellungsquote von 10 Reichsmark = 1 Deutsche Mark; laufende Löhne, Mieten und Renten wurden dagegen im Verhältnis 1 : 1 umgestellt. Jede Person erhielt 60 Deutsche Mark Startguthaben (zunächst 40, später weitere 20). Im sowjetisch besetzten Osten blieb die Reichsmark zunächst weiter im Umlauf und wurde erst kurz danach zur „Mark der Deutschen Notenbank“, die eins zu eins getauscht wurde.

Wert von Reichsmark in Euro (Kaufkraftäquivalent)

Der Wert einer Währung bemisst sich nicht nur an Wechselkursen, sondern vor allem an ihrer Kaufkraft. Schon in den 1920er‑Jahren war eine Reichsmark mehr wert als am Ende der 1940er. In wirtschaftlich stabilen Jahren entsprach ihre Kaufkraft etwa fünf Euro (bezogen auf den Euro im Jahresdurchschnitt 2025). Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs und der folgenden Geldentwertung sank diese Kennzahl deutlich. Die Bundesbank hat für jedes Jahr zwischen 1924 und 1948 ein Kaufkraftäquivalent ermittelt. Daran orientiert sich die folgende Tabelle.

Tabelle: Reichsmark in Euro

Jahr 1 RM ≈ Euro (2025)
1924 5,10 €
1925 4,70 €
1926 4,60 €
1927 4,50 €
1928 4,40 €
1929 4,30 €
1930 4,50 €
1931 4,80 €
1932 5,50 €
1933 5,60 €
1934 5,50 €
1935 5,40 €
1936 5,30 €
1937 5,30 €
1938 5,20 €
1939 5,20 €
1940 5,10 €
1941 5,00 €
1942 4,80 €
1943 4,80 €
1944 4,70 €
1945 4,60 €
1946 4,20 €
1947 3,90 €
1948 (1. Halbjahr) 3,70 €

Die Werte zeigen, wie stark sich die Kaufkraft der Reichsmark im Lauf der Zeit verringerte. Je später der Jahrgang, desto geringer der heutige Vergleichswert. Der Rechner oben nutzt standardmäßig einen Durchschnittswert, du kannst dort aber auch ein konkretes Jahr einstellen.

Reichsmark Münze

Welche Scheine und Münzen waren bei der Reichsmark in Umlauf?

Während der Zeit der Reichsmark gab es eine breite Palette an Banknoten und Münzen, die im Alltag verwendet wurden. Das System war übersichtlich aufgebaut, gleichzeitig aber durch unterschiedliche Materialien und Prägungen historisch sehr interessant.

Im Umlauf waren unter anderem folgende Münzen:

  • 1, 2, 5 und 10 Reichspfennig – meist aus Kupfer, Bronze oder später Zink
  • 50 Reichspfennig – häufig aus Aluminium oder Nickel
  • 1 Reichsmark – meist aus Nickel oder Silber
  • 2 und 5 Reichsmark – überwiegend aus Silber, teilweise mit historischen Motiven

Daneben existierten verschiedene Banknoten, die vor allem für größere Beträge genutzt wurden:

  • 1, 2 und 5 Reichsmark
  • 10 und 20 Reichsmark
  • 50 und 100 Reichsmark
  • in früheren Jahren auch höhere Werte wie 500 oder 1.000 Reichsmark

Die Gestaltung der Scheine und Münzen änderte sich im Laufe der Zeit mehrfach. Besonders auffällig sind Unterschiede zwischen der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus, etwa bei Symbolen, Schriftzügen oder Motiven.

Wichtig zu wissen: Für den heutigen Wert spielt es eine große Rolle, ob es sich um eine gewöhnliche Umlaufmünze oder eine seltene Prägung handelt. Gerade Silbermünzen oder bestimmte Jahrgänge können deutlich mehr wert sein als ihr reiner Kaufkraftvergleich vermuten lässt.

Altschulden in Reichsmark: Regelungen

Mit der Währungsreform von 1948 wurden nicht nur Bargeld und Gehälter umgestellt, sondern auch Schulden und Guthaben neu bewertet. Laufende Löhne, Mieten und Renten wurden eins zu eins in Deutsche Mark überführt. Bankguthaben, Kredite und sonstige Forderungen hingegen mussten einen herben Schnitt hinnehmen: Aus 100 Reichsmark wurden 10 Deutsche Mark. Zusätzlich erhielten Bürger ein Kopf – beziehungsweise Handgeld – von insgesamt 60 DM. Ein Teil der umgestellten Guthaben wurde auf sogenannte Festkonten gebucht und war zunächst gesperrt. Erst später konnten die Besitzer darüber verfügen; dabei galten nochmals Abschläge (100 RM entsprachen 6,50 DM). Nicht umgestellte Restbeträge wurden schließlich ersatzlos gestrichen. Diese harten Regeln sollten die Geldmenge verringern und einen stabilen Neustart ermöglichen.

Merke: Alte Reichsmark‑Schulden wurden 1948 nicht vollständig beglichen. Die Umstellung reduzierte Verbindlichkeiten drastisch und ließ vieles verfallen.

Alte und neue Bundesländer

In Westdeutschland löste die Deutsche Mark im Juni 1948 die Reichsmark ab. Die Umstellungsquoten galten für alle drei westlichen Besatzungszonen einheitlich. Ganz anders sah es in der sowjetischen Besatzungszone aus: Dort blieb die Reichsmark zunächst im Umlauf und wurde kurze Zeit später zur „Mark der Deutschen Notenbank“. Dieser Wechsel erfolgte eins zu eins. Bis zur Einführung der „Mark der DDR“ änderte sich daran wenig.

Nach der Wiedervereinigung trat am 1. Juli 1990 eine Währungsunion zwischen DDR und Bundesrepublik in Kraft. Werte und Guthaben wurden jetzt in Deutsche Mark umgestellt: Löhne, Renten und kleine Sparbeträge (bis 4.000 Mark pro Erwachsenen) wurden 1 : 1 getauscht. Höhere Sparguthaben, Firmenkredite und Hypotheken erhielten den Kurs 2 : 1; spekulative Gelder und nicht legitimierte Rücklagen sogar 3 : 1. Damit sollten gesellschaftliche Gerechtigkeit und finanzielle Stabilität gewährleistet werden.

Sammlerwert von Reichsmark: Briefmarken, Scheine, Münzen

Abseits der Kaufkraft gibt es einen lebhaften Sammlermarkt. Viele Reichsmark‑Stücke haben einen reinen Nominalwert von null, aber einen hohen historischen oder numismatischen Wert. Wie viel ein Schein oder eine Münze wert ist, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Erhaltungszustand: Unzirkulierte Stücke („prägefrisch“) sind deutlich wertvoller als stark abgenutzte Exemplare.
  • Seltenheit: Jahrgänge mit kleiner Auflage, besondere Prägestätten oder Fehlprägungen sind begehrt.
  • Material: Silbermünzen sind meist gefragter als Zink‑ oder Aluminiumprägungen; der Metallwert bildet eine Untergrenze.
  • Motiv: Münzen und Geldscheine mit bestimmten historischen Symbolen, etwa NS‑Emblemen, erzielen teils höhere Preise – hier ist Vorsicht geboten, auch im Hinblick auf rechtliche Vorgaben.

Als grobe Orientierung: Ein häufiges 5‑Reichsmark‑Stück der Weimarer Republik bringt im sammelwürdigen Zustand oft nur 20 bis 50 Euro. Gut erhaltene Silbermünzen bestimmter Jahrgänge liegen bei 70 bis 150 Euro; seltene Varianten und Proof‑Prägungen können mehrere Hundert Euro erreichen. Es gibt Einzelfälle, in denen ausgewählte Stücke bei Auktionen vierstellige Beträge erzielen. Bei Banknoten und Briefmarken gilt das gleiche Prinzip: Je besser der Zustand und je seltener der Jahrgang, desto höher der Preis. Ein professionelles Gutachten kann helfen, den tatsächlichen Wert zu bestimmen.

Hinweis: Keine Bank tauscht Reichsmark in Euro. Wer alte Scheine oder Münzen besitzt, kann sie nur an Sammler, Händler oder in Auktionen verkaufen. Der Erlös hängt stark von Zustand und Seltenheit ab.

Häufig gestellte Fragen zur Umrechnung von Reichsmark in Euro

Was ist die Reichsmark?
Die Reichsmark war zwischen 1924 und 1948 die Währung in Deutschland. Sie löste die Papiermark nach der Hyperinflation ab und wurde 1948 in Westdeutschland durch die Deutsche Mark ersetzt.
Kann ich Reichsmark noch bei einer Bank umtauschen?
Nein. Die Reichsmark ist seit 1948 kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr. Es gibt keinen offiziellen Umtauschkurs. Nur auf dem Sammlermarkt werden einzelne Stücke gehandelt.
Wie funktioniert der Reichsmark‑in‑Euro Rechner?
Der Rechner nutzt einen festen Kaufkraftfaktor, den die Bundesbank aus historischen Preisindizes abgeleitet hat. Du gibst einen Reichsmark‑ oder Euro‑Betrag ein, wählst bei Bedarf das Bezugsjahr und erhältst einen ungefähren heutigen Vergleichswert.
Wie wurden Reichsmark‑Guthaben 1948 umgestellt?
Löhne, Mieten und Renten wurden im Verhältnis 1:1 in Deutsche Mark übertragen. Barvermögen und Bankguthaben wurden mit 10 Reichsmark = 1 Deutsche Mark umgerechnet, ein Teil davon zunächst gesperrt. Restbeträge verfielen.
Wie finde ich den Sammlerwert meiner Reichsmark?
Der Sammlerwert hängt von Zustand, Jahrgang, Auflage und Material ab. Numismatische Kataloge geben Anhaltspunkte, letztlich entscheidet aber der Markt. Für präzise Angaben empfiehlt sich ein Gutachten bei einem Münz‑ oder Banknotenexperten.
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